Macht/Kontrolle

Der Mensch versucht verzweifelt, Macht über andere zu erlangen, aber nur selten über sich selbst.

Es ist viel einfacher auf diese Weise, denn nun liegt es an dem anderen, das eigene, unkontrollierbare Ego zu akzeptieren, es zu verinnerlichen, statt dass man sich selbst infrage stellen muss.

Schließlich gibt es keinen Grund etwas an sich selbst zu ändern, wenn du in der Lage bist, deine Umwelt deinen eigenen Inkompatibilitäten anzupassen.

Auch wenn das von Grund auf eher etwas schwerfällig erscheint; die Umwelt im Einklang mit den eigenen Vorstellungen zu konstruieren. Es ist doch deutlich komfortabler, als sich selbst hinterfragen zu müssen, sich selbst zu restrukturieren.

Einen ehrlichen Blick in das eigene Wesen zu werfen, erfordert eine ungemeine Toleranz gegenüber der eigenen Fehlbarkeit. Es ist nicht leicht. Und es wird noch schwieriger, wenn man dort auf einen Fehler stößt, eine Inkompatibilität, die man ändern muss. Denn bestehende Überzeugungen sind nur schwer zu brechen: Zu weit erscheint der eigene Schatten, den es zu überwinden gilt. Und der innere Schweinehund reisst wie verrückt an seiner Leine, während man versucht mit sich ins Reine zu kommen.

Es scheint so, als wäre der ständige Innovationsdrang, der Drang nach vorne zu Blicken und ja nicht zurück, eines der zentralen Charaktereigenschaften des Menschen. Vielleicht liegt es einfach nicht in unserer Natur, auch einmal einen Schritt zurückzugehen und die Sache neu zu überdenken.

Indem wir die Umwelt anderer kontrollieren, wird der eigene Makel, werden diese kleinen Fehler, die in jedem von usn stecken, schnell übersehen. Wenn eine Einstellung sich etabliert und in der Lage ist, einen Status Quo zu erzeugen, wird sie kaum mehr hinterfragt. Selbst von den Leuten, die für diese Überzeugung einstehen und versuchen sie aufrechtzuerhalten, wird sie irgendwann nicht mehr hinterfragt. Eine Person wird immer offener für die Introspektive und das Hinterfragen der eigenen Motive sein, wenn ihre Einstellungen nicht von anderen Individuen gestützt oder gar getragen werden. Ja, wenn sie vielleicht gerade deshalb sogar isoliert wird. Für Personen mit stark ausgeprägter Egozentrik ist es also ein zentrales Element, die Unterstützung anderer zu erlangen. Sei es durch Gewalt, durch Mehrheit oder durch welches Mittel auch immer.

Und im Machtgewinn sind wir Menschen extrem dezidiert: Auf der verzweifelten Suche nach einer Rechtfertigung unser eigenen Ideologien gehen wir so weit unsere Füße uns tragen und gerade in diesen Augenblicken sind wir in der Lage, enorme Energien zu mobilisieren.

So wurden die Möglichkeiten unsere Umwelt in Einklang mit unseren Vorstellungen zu bringen über die Entwicklungsgeschichte hinweg unglaublich vielseitig und extrem effektiv. Für beinahe jedes Verlangen, jeden Wunsch, der sich in unseren Wesen formen könnte, haben wir einen Weg gefunden, ihn aus unserem Innern nach außen in unsere Umwelt zu transportieren. Mangelte es zuvor an körperlicher Kraft, so entwickelte der Mensch Maschinen. Mangelte es an Ressourcen, so erfand er sich Alternativen.

Nun sind wir in der Lage Türme in den Himmel zu bauen, aus Stein, der vorher tief unter uns vergraben lag, sind fähig Flüsse zu lenken, zur Not direkt in unsern’ Mund und sie augenblicklich auszutrinken.

Doch wir schlugen dem Himmel ein Schnäppchen, indem wir uns neue Regeln schenkten.

Genauso wie uns selbst.

Nun investieren wir das Meiste unserer Energie, um das eigentliche Problem

lediglich zu umgehen.

Reissen die Welt auseinander, um unseren Makel beisammenzuhalten.

Tief in unserm Innern, wo niemand ihn erkennt.

Wir haben die Macht dazu,

oder können sie entwickeln.

So mächtig sind wir geworden.

Am deutlichsten wird einem diese Macht vielleicht bewusst, wenn man einmal versucht, die Erde als einen Ort zu verstehen, der von fast unvorhersehbaren Konditionen strukturiert wird, sich entwickelt hat quasi aus dem Nichts; wie ein Schloss, das in den Sand gebaut wurde.

Und nun versuche man sich vorzustellen, welchen Fortschritt wir erzielen, wären wir in der Lage, all die physische und spirituelle Energie, deren Potenzial in uns begraben liegt, so zu kanalisieren,

dass sie vollständig in unserem Innern wirkt.

Unser Wesen und die Landschaft in uns formt,

und uns hilft, statt um unser umtriebiges Ego zu bangen

endlich

die Kontrolle über uns selbst zu erlangen.

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